Stimmungsbild zu Beginn der Sitzung

NR. I

Lege die Karten aus und lasse sie von deinem Gegenüber in Ruhe besichtigen.
Nun sollen die Karten ausgewählt werden, die das aktuelle Stimmungsbild beschreiben.
Die Karten können sehr unterschiedlich sein und verschiedene Emotionen und damit einhergehende Momente beschreiben. 


Nun sollen die ausgewählten Karten vorgestellt werden. Jede Karte sollte mit 2- bis 3 Sätzen erklärt werden. Es lohnt sich die Themen zunächst zu sammeln, damit der Erzähler nicht zu häufig unterbrochen wird und wichtige Gedanken verliert. Im Nachgang können die Karten noch einmal einzeln besprochen werden. Hierzu empfiehlt es sich die restlichen Karten zur Seite zu legen. Zurück bleiben die ausgewählten Karten. Diese kann man nach Möglichkeit in unterschiedliche Themenfelder sortieren. Der Erzähler bestimmt dabei, ob die Karten miteinander in Verbindung stehen oder ob es jeweils voneinander getrennte Themen sind. 

Nun können die Themen lösungsfokussiert bearbeitet werden. 

 

Wie geht es meinen KollegInnen?

NR. II

Die Gefühlskarten werden gut sichtbar für alle Beteiligten auf einer Fläche verteilt. Jeder Person wird nun ein Partner zugeordnet. Die Gruppe kann aber auch selbst über die Zuordnung entscheiden. Die Aufgabe besteht darin, die passenden Gefühlskarten für die jeweilige Person herauszusuchen. Hier spielen aktuelle Wahrnehmungen und/ oder Situationen eine wichtige  Rolle.

Wie habe ich die Person in der letzten Zeit wahrgenommen?
Wirkte die Person zufrieden und glücklich oder eher überfordert und allein gelassen?
Welcher Moment ist mir besonders in Erinnerung geblieben? 

Die Gruppenmitglieder suchen nun nach den passenden Gefühlskarten. Sobald alle Mitglieder zufrieden mit ihrer Auswahl sind, können die Gefühlskarten vorgestellt und erläutert werden.
Bei der Vorstellung der Gefühlskarten hält sich die angesprochene Person zunächst zurück und antwortet nicht auf die Ausführungen. Zunächst gilt es aufmerksam zuzuhören. Je nach Gruppenkonstellation sollte die Gruppenleitung darauf achten, dass unangenehme Situationen oder Beschreibungen im Rahmen bleiben, sodass bestimmte Themen keine ungewollte und übermässige Konfrontation ergeben. Vielmehr können tiefgreifende Themen gesammelt werden und ggf. zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zum Thema gemacht werden.

Nachdem die Gefühlskarten erläutert wurden, kann sich nun die jeweilige Person dazu äußern. Ist die Wahrnehmung gerechtfertigt? Wie fühlt es sich an, so wahrgenommen zu werden? Ist es erstaunlich, dass die andere Person mich so wahrgenommen hat - obwohl ich gedacht habe, dass sie mich und meine Arbeit kaum wahrnimmt? All diese Aspekte kommen nun zum Vorschein. 

Der Einsatz der Gefühlskarten in diesem Setting stärkt die Selbst- und Fremdwahrnehmung und bringt unbewusst neue Aspekte zum Vorschein, die im weiteren Verlauf zum Thema gemacht werden können. Wie kurz benannt können hierbei Themen gesammelt werden, die bei diesem Setting aufgekommen sind. Diese Themen können im weiteren Verlauf der Sitzungen explizit zum Thema gemacht werden. 

Eine Frage im Fokus

NR. III

Hier kann der Einsatz der Gefühlskarten im Einzel- oder Gruppensetting zu einem bestimmten Thema erfolgen. Zu Beginn wird ein Thema ausgewählt, welches im Fokus steht und anhand einer zentralen Frage bearbeitet werden soll. Die Fragen könnten zum Beispiel wie folgt lauten:

Wie fühlt sich die aktuelle Beziehung zu meinem Kind/ zu meinem Partner an? 
Wie fühlt es sich an, wenn mein Sohn am Wochenende zu meinem EX-Mann geht? 
Wie fühlt sich die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt oder den Lehrern meiner Tochter an?

Nun werden die Gefühlskarten ausgelegt und entsprechend der jeweiligen Empfindungen explizit zu der Frage ausgewählt. Hierbei sollten zunächst alle Karten ausgewählt werden, die in irgendeiner Weise eine Resonanz hervorrufen. Im weiteren Verlauf können die Karten nach Intensität sortiert werden. Sind einige Gefühlskarten in der Zusammenschau nicht mehr passend, können sie auch wieder zurück gelegt werden. 

Der Moderator kann nun gezielt nachfragen: 
Warum hast du diese Karte ausgewählt?
Warum ist dir diese Emotion bei der Beantwortung dieser Frage so wichtig?
Was bedeutet dieses Gefühl für dich? 

Nun beginnt die Auseinandersetzung mit der gestellten Ausgangsfrage, sodass das Setting einen spielerischen und zugleich distanzierten Rahmen bietet, der den Zugang zur Thematik erleichtert.