Gefühlskarten kennenlernen und erste Parallelen erkennen

NR. I

Lege die Karten aus und lassen sie von deinem Gegenüber in Ruhe besichtigen.
Folgende Einstiegsfragen helfen nun beim Kennenlernen der Karten:
- Was siehst du?
- Welche Tiere sind zu sehen? 
- Wie sehen die Tiere aus? 
- Was fällt dir bei den Tieren auf? 
- Gibt es besondere Merkmale bei den Tieren? 
- Haben die Tiere Gemeinsamkeiten?
- Beachte die Körperhaltung, fällt dir etwas auf?
- Beachte die Gesichtsmimik, fällt dir etwas auf?
- Warum zeigen die Tiere unterschiedliche Gesichtsausdrücke und/ oder Körperhaltungen?


Für die weiteren Detailfragen empfiehlt es sich die einzelnen Karten nach und nach einzeln zu besprechen und dafür in die Hand zu nehmen.
Beispiel am Wolf:
- Wie wirkt der Wolf auf dich bzw. wie findest du den Wolf?
- Was denkst du, wie fühlt sich der Wolf?
- Wodran erkennst du, das er sich so fühlt?
- Was könnte der Grund dafür sein, dass er sich so fühlt?

Zum Abschluss folgen die Übertragungsfragen:
- Hast du dich auch schon einmal so gefühlt wie der Wolf?
- Wie hast du in dieser Situation reagiert?
- Auf einer Skala von 1 (sehr schwach) - bis 10 (sehr stark), wie böse ist der Wolf?

- Was könnte dem Wolf helfen?

- Warst du auch schon einmal so böse wie der Wolf?
- Wie hast du dich gefühlt?
- Warum hast du dich so gefühlt?

- Was hat dir in dieser Situation geholfen?
Wenn es dir heute so wie der Wolf geht und du wütend bist, wie reagierst du dann?

Wie geht es dir heute?

NR. II

Viele kennen die Herausforderung. In der Praxis möchtest du mit einem Kind über seine aktuelle Stimmung sprechen, um zu verstehen, wie es dem Kind geht. Gleichzeitig möchte man erfahren, ob es aktuelle Spannungsthemen oder Hindernisse gibt, ob es Themen gibt die das Kind aktuell belasten oder auch erfreuen. Wie ist die Situation in der Gruppe, in der Klasse, im Sportverein, bei den Großeltern oder mit den Nachbarskindern. 
Wer fragt; "wie geht es dir?" oder "wie war es in der Schule?", bekommt häufig nur zu hören: gut.

Um tiefergehende Antworten zu erhalten legt man die Karten aus oder gibt sie der Person als Stapel in die Hand. Das Kind geht nun in die Reflexion und sucht die Karten raus, die die aktuellen Gemütszustände beschreiben oder am Besten zur aktuellen Situation passen. 

Nun beginnt das Kind die Frage wesentlich ausführlicher und facettenreicher zu beantworten: 
Ich bin glücklich, weil ich heute in der Schule meine Hausaufgaben vorgetragen habe.
Ich bin stolz, weil ich heute von meiner Lehrerin für meine Hausaufgaben gelobt wurde.
Ich bin zufrieden, weil ich mich heute Nachmittag mit Tobias treffen kann.
Ich bin gelangweilt, weil der restliche Unterricht einfach nur langweilig war.

Nun erhält der Zuhörer weiterführende Antworten, auf die man nach belieben reagieren kann. In der Praxis hat sich dieser Einsatz als äußerst wertvoll gezeigt, da Kinder über die Karten in eine gewisse Distanz zur eigenen Gefühlswelt kommen und so leichter über ihre Empfindungen sprechen können.

 

Wie gehe ich mit negativen Gefühlen um?

Nr. III

Hierzu werden die Karten zunächst etwas sortiert. Das Kind entscheidet selbst, welche Emotionen eher negativ behaftet sind. Diese werden dann für die weitere Bearbeitung gesammelt. Nun werden die Karten ausgelegt, benannt und nach und nach besprochen.
Folgende Fragen können dabei helfen:
- Was spüre ich, wenn ich dieses Gefühl habe?
- Wann habe ich mich zuletzt so gefühlt?

- Was kann ich tun, damit sich dieses Gefühl verkleinert? 
- Durch was kann ich eine Entlastung spüren?

Das Kind nimmt sich Karte für Karte und entscheidet, welche Handlung zur Beantwortung der Fragen helfen kann. 
Beispiele:
- Traurig: Ich kann mit jemand Anderes über meine Trauer sprechen. Ich kann aufschreiben was mich bedrückt oder mich traurig macht, um es mir von der Seele zu schreiben. 

- Aggressiv: Ich kann anderen Leuten aus dem Weg gehen. Ich kann mich zurückziehen oder einen kleinen Spaziergang machen. 

- Kraftlos: Ich ruhe mich aus. Ich nehme mir Zeit für mich. Ich versuche nicht bei jeder Aktion in meinem Umfeld teilzunehmen und mich zu schonen. 

- Betrübt: Ich versuche meine Gedanken auf etwas zu lenken, was mich glücklich macht. Ich denke an meine Familie, Freunde oder an mein Hobby. Ich versuche mich daran zu erinnern, dass ich mich an diese Personen wenden kann, wenn es mir mal nicht gut geht.

 

Geschichtenkette 

Nr. IV

Bei diesem Spiel kommt es darauf an, eine Geschichte zu erzählen und die Begriffe der Wortkarten schnell und passend in die Geschichte einzubauen. 

 

Hierzu werden die Gefühlskarten gemischt und mit der Rückseite nach oben auf einen Stapel gelegt. Nun beginnt die erste Person als Erzähler. Hierzu zieht sie eine Karte und baut den Begriff in den Beginn der Geschichte ein. So startet die selbst erdachte Geschichte. Wenn eine vorab vereinbarte Zeit herum ist, zieht die zweite Person eine Gefühlskarte und führt die Geschichte mit dem jeweiligen Begriff weiter. Hierbei wird es besonders lustig, wenn die Emotion gerade völlig unpassend ist. 

 

Eine zweite Variante ist, wenn eine Person mehrere Gefühlskarten zu einer kurzen Geschichte zusammensetzen soll und die Zuhörer im Anschluss erraten sollen, welche Emotionen verbraucht werden sollten. 
 

Gefühle raten

Nr. V

Für dieses Spiel werden die Gefühlskarten umgedreht auf einer Fläche ausgelegt.
Das Kind zieht eine Karte und sagt oder zeigt nicht, um welche Emotion es sich handelt. Stattdessen stellt es das Gefühl (panto-)mimisch dar. Die Person gegenüber soll dann erraten, welche Emotion gemeint ist.

In einer Kleingruppe kann die Vorgehensweise auch umgedreht werden. Ein Kind zieht eine Karte und hält sie, ohne zu sehen was darauf zu sehen oder lesen ist, in die Gruppe. Die anderen Kinder stellen das Gefühl (panto-)mimisch dar. Das Kind mit der Karte in der Hand muss anhand der Darstellungen erraten, um welche Emotion es sich handelt.

 

Mein schönstes Erlebnis

Nr. VI

Welcher Tag war bisher einer deiner schönsten in deinem Leben und warum?

Beschreibe diesen Tag und versuche ihn mit möglichst vielen Gefühlskarten zu beschreiben. Was hast du an diesem Tag erlebt, welche Momente waren für dich besonders schön und wie hast du dich dabei gefühlt? 

Berichte dabei möglichst genau und formuliere vollständige Sätze. Folgende Satzanfänge können dabei ergänzend ausgelegt werden: 
Zuerst / Danach / Als Nächstes / Anschließend / Nun / Später / Des Weiteren / Hinterher / Zum Abschluss / Am Ende

Auch diese Variante kann natürlich umgedreht werden. Welcher Tag war bisher in deinem Leben mit einer der schwersten und/ oder traurigsten und warum? 

Wie hast du dich an diesem Tag gefühlt? 



 

Die Geschichte vom Seelenvogel

Nr. VII

Zum Ausstieg eignet sich die Geschichte vom Seelenvogel hervorragend, um noch einmal die Gedanken kreisen zu lassen. In Anlehnung an das Emotionsregulationstraining (ERT) von Nina Heinrichs, Arnold Lohaus und Johanna Maxwill wird in dieser Übung die Geschichte vom Seelenvogel vorgelesen. 

"...Woraus besteht der Seelenvogel? 
Es sind viele kleine Schubladen  
Diese können wir nicht einfach aufmachen, 
denn jede einzelne ist abgeschlossen und hat ihren eigenen Schlüssel, 
nur der Seelenvogel ist der einzige der die Schlüssel hat und die Schubladen öffnen kann..." 


Die Geschichte verdeutlicht die Vielschichtigkeit aus der jeder Mensch besteht. 

"...Und weil alles was wir fühlen eine Schublade hat 
hat der Vogel viele Schubladen: 
Es gibt eine für Freude und für Trauer,  
ebenso gibt es eine für Eifersucht und Hoffnung..."


Darüber hinaus wird noch einmal verdeutlicht, welche Facetten es gibt und wie diese bewusst eingesetzt und/ oder beeinflusst werden können.

"Macht der Seelenvogel die Schublade Wut auf 
ist der Mensch wütend 
und macht der Vogel die Schublade nicht wieder zu, hört der Mensch nicht auf wütend zu sein ..."


Im Anschluss können die Kinder noch einmal ihr ganz eigenes Seelentier malen und mit verschiedenen, ihnen vielleicht bewusst gewordenen, Emotionen bestücken.